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Across the Delta: "Nicht eindimensional" PDF Drucken E-Mail
Von Franz Keiblinger   
Tuesday, 06 March 2007
ImageBereits im November letzten Jahres erschien ihre CD "Dancing To Architecture". Höchste Zeit also, einmal ins Lager der vermeintlichen Neo-Prog-Rocker zu blicken.



Vor dem Konzert von Across the Delta im Asperhofener Fifty ergab sich die Möglichkeit, mit Gitarrist David Welleditsch und Schlagzeuger Ivo Thomann zu sprechen. Wir nutzten sie gleich.

ECORDER: Wie war der Auftritt gestern im Flex?

David: Sehr gut! Es hat gepasst. Es waren viele Leute, daher war es von der Stimmung auch gut.

ECORDER: War es also ein Traum von euch, dass ihr einmal in einer so berühmten Location spielen könnt?

David: Na ja Traum, aber es ist auf alle Fälle ein Wunsch gewesen. Das auf alle Fälle.

Ivo: Vor allem was das Schöne war: Wir haben vor ein paar Jahren ein paar Mal daran gearbeitet, damit wir im Flex spielen können, aus dem dann leider nichts geworden ist. Aber vor allem hat es mich gefreut, dass wir gleich an einem Abend spielen konnten an dem viele Leute im Publikum waren.

ImageECORDER: Ihr werdet oft mit Incubus und Tool verglichen, also relativ berühmte Bands für einen Vergleich. Seht ihr das ähnlich oder würdet ihr in diesem Punkt noch etwas hinzufügen?

David: Vergleiche werden immer gemacht, das ist am Anfang natürlich verständlich, denn wenn man es jemanden erklären möchte muss man irgendwelche Anhaltspunkte geben. Wir werden natürlich in die Richtung von den Bands gestellt die du gesagt hast, aber wir glauben, dass wir eigentlich doch einen eigenen Stil haben, so dass wir uns keinen Vorwurf machen müssen dass wir ein Plagiat wären.

Ivo: Wir arbeiten ja auch immer in die Richtung wenn wir Lieder schreiben oder wenn wir aufnehmen, also wenn wir Musik machen passen wir darauf auf, dass es nicht eindimensional wird. Wir machen sicher mehr als die Lieder, die man mit dem CD-Player hören kann, einfach nachzuspielen.

ECORDER: Ihr bezeichnet euren Stil als "Light-Prog-Alternative-Pop-Rock". Ist das ein Scherz eurerseits oder steht ihr ehrlich dahinter?

David: Nein, das ist eine Krücke. Man wird eben dazu genötigt seinen Sound zu definieren und das geht bei uns eben schwer weil wir nicht wirklich in eine Nische passen.

Ivo: Wir haben keine Szene!

David: Ja genau wir haben keine Szene: Wir sind nicht Emo, wir sind nicht Punk und so weiter. Es war eben eine spontane Aktion, bei der ich versucht habe eben alles was uns ausmacht unterzubringen.

Ivo: Es ist auch mit einem Augenzwinkern an all diese Elendslangen Beschreibungen angelehnt.

ECORDER: "Dancing to Architecture": würdet ihr sagen, dass ihr von Frank Zappa
beeinflusst seid?

Ivo: Also von seiner Musik nicht, aber das Zitat selbst passt gut. Eigentlich heisst es ja: "Writing about Music is like dancing to Architecture." Im Endeffekt also, dass es unmöglich ist. Ich finde aber, dass die Aussage zur Hälfte nicht stimmt. Genauso wie man zur Musik ja auch schreiben kann … genauso kann man ja auch zu Musik, die konstruiert ist tanzen. Es spielt damit, dass wir Musik machen, die, wenn sie falsch aufgefasst wird, verkopft wirkt. Was man auch an den Rezessionen gemerkt hat. Ich zum Beispiel könnte aber zu unserer Musik durchaus tanzen, auch wenn es vielleicht nicht das Naheliegenste ist.

ECORDER: Wie hat das Publikum gestern reagiert? Haben die Leute getanzt?

Ivo: Teils teils. Es gibt Leute, die die Lieder schon kennen, die sich auch dazu bewegen. Andere stehen eben herum. Es soll aber auch so sein, dass die Musik, auch wenn sie irgendwie konstruiert ist, den Vibe haben soll, dass man sich dazu bewegen kann.

Etwa bei der Hälfte des Interviews driftet das Gespräch vom aktuellen Bandgeschehen etwas ab. Dabei erfährt man allerdings nicht ganz unwichtige Dinge wie die Studienrichtungen der vier (zwei studieren Architektur, einer Psychologie und Schlagzeuger Ivo ist gar studierter Schlagzeuger mit Abschluss) und frühe Einflüsse wie Silverchair und Smashing Pumpkins. Apropos Smashing Pumpkins - mit dieser Band werden sich Across the Delta beim diesjährigen Nova Rock Festival die Bühne teilen.

ECORDER: Um welche Uhrzeit werdet ihr beim NovaRock spielen?

Ivo: Wir sind Opener auf der Mainstage am zweiten Tag, also ungefähr ...

David: ... 13 Uhr.

ImageECORDER: Seid ihr sehr glücklich darüber?

David: Also ich freue mich sehr. Vor allem auf diesem Festival einen Backstagepass zu haben, denke ich, ist viel wert.

Ivo: Vor allem aber, ist es die größte Bühne die wir bis dahin gespielt haben werden und für Bands ist es sicher eine große Aufgabe, einen so riesigen Raum mit Sound und Präsenz ausfüllen zu müssen.

ECORDER: Ist es ein Anspruch von euch ausufernd zu musizieren, vor allem was die Songlänge angeht?

Ivo: Manchmal ergibt es sich einfach so. Manchmal aber auch nicht. Zum Beispiel haben wir eine Nummer, die zwei ein halb Minuten dauert.

David: Eine neue Nummer, sollte man dazu sagen.

Ivo: Und bei dieser ist eben schon nach zwei ein halb Minuten alles gesagt. Es kommt eben darauf an wie viel Zeit es benötigt, alle Stimmungen und Abläufe, die wir verarbeiten wollen, unterzubringen.

David: Ich finde es super, dass eine Studioaufnahme getrennt von einer Live-Aufführung gesehen wird. Im Studio finde ich es auch super, wenn man die Möglichkeiten mit mehr Instrumenten ausnützt. Die Live-Umsetzung ist dann wieder eine andere Geschichte ...

ECORDER: Dass heißt eure Studioaufnahmen sind keine Live-Aufnahmen von mehreren Instrumenten gleichzeitig?

David: Nein, wir nehmen jedes Instrument einzeln auf.

Ivo: Wäre auch vom Platz her nicht möglich gewesen.

ECORDER: ...Trail of Dead sind ja erst bei den letzten Alben vom Live Recording abgewichen …

David: Ich muss ehrlich sagen, dass mir ihre älteren Scheiben nicht so gefallen. Seit dem "Worlds Apart" Album, gefallen sie mir aber sehr gut. Eine CD, die ja auch sehr orchestral ist. Wenn es passt, dann passt diese Art von Inszenierung eben.

ECORDER: Hat die Arbeit an "Dancing to Architecture" wirklich zwei Jahre gedauert?

Ivo: Diese Zeit von zwei Jahre kommt zu Stande, wenn man die Vorbereitung im Proberaum plus Aufnahme plus Mischen und warten aufs Mastering zusammenzählt - dann könnte man sagen dass es zwei Jahre waren. Die effektive Arbeit lässt sich aber auf zwei ein halb Wochen im Studio und zwei Wochen zum Mischen zusammenfassen, verstreut aber auf ein paar Monate.

ECORDER: Habt ihr mit der CD und dem Video eure Ziele bereits erreicht?

David: Es gibt noch viele Wünsche ...

Ivo: Wir werden nie irgendwo ankommen, wo man sagen kann: "Jetzt ist alles abgehackt!" Immer wenn man ein Ziel erreicht hat ist ja dann schon das nächste da. Wie du es angesprochen hast, sind die CD und das Video natürlich Punkte, die man unbedingt einmal erledigen wollte. Die künstlerische Entfaltung steht aber über allem, denn man kann zum Beispiel nicht damit rechnen dass man bekannt wird, ein Gedanke, der einem ja auch sehr unglücklich machen kann.


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