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Seelenkammer: Spektakulärer als man zunächst dachte |
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Von Franz Keiblinger
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Tuesday, 13 November 2007 |
Das Album heißt "Kammerspiele", die Songs "Jagdfieber", "Traumfänger" oder "Teufelstanz" – mit Mittelalter Rock – das sei hier noch einmal gesagt – hat das ganze aber nichts zu tun.
Es ist Halloween und Seelenkammer treten heute auf einer, eben aus diesem Grund veranstalteten, Party auf.
Eins fällt sofort auf: Live ist die Band um Sylvester Wittmann (Bass), Andrea Zsifkovits (Schlagzeug), Stefan Größbacher (Gitarre, Gesang) und Maximilian Ebert (Gesang, Gitarre) homogener als auf ihrem Debütalbum, auch wenn dieses vielleicht spektakulärer ist, als man zunächst dachte. Auch der Gesang von Maximilian Ebert ist live besser integriert. "Seit wir das Album im Sommer letzten Jahres aufgenommen haben, haben wir zudem soundtechnisch eine Menge dazu gelernt. Durch den Einsatz neuer technischer Komponenten (Rivera Verstärker, Subwoofer usw.) haben wir qualitativ noch mal einen großen Schritt vorwärts gemacht.", meint Gitarrist Stefan nach dem Konzert. "Kammerspiele" mit seinen über 70 Minuten Spielzeit, ist für Autonormalhörer aber auch nicht leicht zu verkraften. „Für ein Debüt ist es schon viel auf einmal, aber wir wollten eben sofort Alles“, sagt er dazu.
Ist es in Zeiten von Myspace überhaupt noch ratsam so viel Geld in so etwas wie ein Album zu stecken? "Wenn man bei einem Label ist, ist ja auch noch nicht gesagt, dass man keine Kosten mehr hat. Bei uns ist es so, dass wir musikalisch und klangtechnisch auf hohem Niveau spielen wollen. Wir arbeiten teilweise 60 Stunden in unserem Arbeitsleben und streben dann auch in unserer Freizeit nach dementsprechender Qualität. Darum müssen wir lange nach vorne planen. So bald wir etwas mehr Gage erhalten, können wir auch zusätzliche Instrumentalisten verpflichten. Darum empfehle ich dir auch unbedingt nächstes Jahr am 3. April in die Arena zu kommen, wo wir mit zumindest zwei (im Optimalfall vier) Cellisten auftreten werden." Hält man euch eigentlich oft, aufgrund eures Namens, für eine Mittelaltercombo oder ähnliches? "Na ja, nach meinem Verständnis haben wir mit Bands wie In-Extremo wenig gemein. Auch dass wir in einer Review als billige Imitation von Oomph bezeichnet wurden, kann ja nicht ganz ernst gemeint sein. Was wir mit dieser Band gemeinsam haben sind vielleicht die deutschen Texte. Mehr nicht." Tool trifft Korn mit detailreicher Instrumentierung, könnte man kurz festhalten und trifft es aber doch nicht ganz, schon aufgrund der deutschen Texte. Ansonsten bleibt noch zu sagen, dass die Mitglieder durchwegs helle Köpfe zu sein scheinen, was akademische Laufbahnen wohl belegen sollten. Zusätzlich lebt Sänger Maximilan mit seiner zweiten Band Daydreaming seine Vorliebe für Skinny Puppy und Nine Inch Nails aus.
Seelenkammer bleiben, gerade für österreichische Verhältnisse, eine interessante und spannende Band, bei der die Kategorisierung "Ö3 oder FM4" im Vorhinein fehlschlagen muss.
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