Merker.tv – set.jetBewertung: ØØØØ1/2
konkord
(AUT / 2008)
Okay, ein kurzer Blick ins trashige Video zu "St. Tropez" reicht schon um zu erkennen, dass merker.tv nicht die coolsten Typen (oder etwa doch?) und die Lyrics teils extrem cheesy sind. Aber die Mischung aus House, Disko und Rock, die die Linzer hier abfeuern ist bei mindestens der Hälfte ihrer Songs der totale Freudentränen-In-den-Augen-Bekommen-Wahnsinn. Bei diesen unglaublichen Gesangslinien, diesen treibenden Beats und der offensiven Instrumentierung fragt man sich schon fast, wo das österreichische Indie-Understatement geblieben ist? Gibt’s hier nicht? Auch gut, denn merker.tv sind nämlich "Supa".
Jet Pilot – Yeah, We Do Dance To Architecture!Bewertung: ØØØ
schrathaus
(GER / 2008)
Geht es nach ihren Einflüssen, so müssten Jet Pilot die neue Lieblingsband von einer Riesengroßen Menge Alternative-Hörern werden: Converge, Sonic Youth, Trail Of Dead, Flying Saucer Attack, My Bloody Valentine, Death From Above 1979, Beecher, Godspeed! You Black Emperor, Liars und Atari Teenage Riot. Super Musikgeschmack und ein paar aggressive junge Herrn ergeben in diesem Fall ein okayes Album. Leonard kreischt sich im Blood Brothers-Stil durch Musik, die von den oben genannten noch am ehesten an DFA 1979 erinnert. Fehlen nur noch mehr Ideen und eine heftigere bzw. deftigere Produktion, dann könnte bei Jet Pilot noch einiges mehr gehen.
My Secret Playground – No Excuses (E.P.)Bewertung: ØØØ
Eigenvertrieb
(AUT / 2008)
Mit My Secret Playground präsentiert der Wiener Elektroniker Simon Merrick sein neuestes Projekt. Ein zwiespältiges Verfahren für den Hörer. Da ist zunächst einmal der versuchte Hit "Don’t Turn Around" gleich zu Beginn. Das Stück will alles (Tiefgang, Länge, Intensität, Botschaft) und hinterlässt nach fast sechs Minuten so ein ähnliches Gefühl wie wenn aus einem Autodrome pseudoemotionaler Techno rausdröhnt. "Daydreamer" ist im Anschluss der 90er Jahre Industrial Rocker Richtung Nine Inch Nails. Mit der luftig arrangierten Lounge Jazz-Hop Nummer „Solitaire“ zeigt die Formkurve aber endgültig nach oben. „Endless Summer“ klingt so als hätten Portishead auf einmal Selbstvertrauen und "Kiss Me Where It Hurts" ist gar eine reine Piano Ballade. Als Draufgabe gibt es noch ein Video und eine ganze Remix-Armada zu "Don’t Turn Around": Warum dieser Song?