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Antony & The Johnsons - The Crying Light PDF Drucken E-Mail
Von Ernst Susicky   
Thursday, 05 February 2009
ImageDer Welt liebster Duettpartner vertont auf seinem dritten Album weniger das eigene Gefühlsleben, ...




... sondern eher seine Sicht auf die Welt. Mit dieser Meditation über das (mögliche) Paradies und der Kluft zu dieser Welt hat Antony Hegarty sein bisher stimmigstes Album aufgenommen.


Image"The last album was songs I wrote in my midtwenties. This one reflects where I am in my late thirties", verriet Antony Hegarty dem Mojo-Magazine anlässlich des erscheinens seines aktuellen Albums "The Crying Light". Vielleicht hätten sich die Fans, die das Vorgängeralbum "I Am A Bird Now" und damit den Sänger mit der Engelsstimme entdeckt haben (vor allem, nachdem das Album den renomierten Mercury Prize gewonnen hatte), ein zweites "For Today I Am A Boy" gewünscht. Nach vier Jahren, in denen in Antonys Leben so viel passiert ist, wäre das reichlich schwach gewesen. Nicht nur, dass er auf den Platten von Björk, Coco-Rosie, Rufus Wainright, Bryan Ferry, Marianne Faithful und sogar Herbert Grönemayer als Duettpartner aufgetaucht ist. Auch auf den wichtigsten Compilations zu Ehren von Bob Dylan oder Leonard Cohen durfte er nicht fehlen. Nicht zu vergessen, das Disco-Projekt Hercules And Love Affair, dem der "Gay Messiah" seine Stimme lieh und damit mit "Blind" einen der Songs des vergangenen Jahres mitschuf. Außerdem ist der Überraschungseffekt, den seine Stimme und sein Auftreten noch vor einigen Jahren auszulösen vermochte, heute nicht mehr gegeben. Damit stand Antony natürlich gewaltig auf dem Prüfstand: kann er an den Erfolg anschließen, nach dem hochgelobten zweitling wenigstens ein ähnlich ambitioniertes Werk nachliefern. Selbstkopie war demnach keine Option. Antony Hegarty geht es auf dem neuen Album, für das er in den letzten sieben Jahren 30 Songs geschrieben hat, um seine Reaktion auf die Welt und nicht mehr darum, wie er in der Welt zurecht kommt. Damit werden seine Geschichten universeller und auf eine andere, wenn auch nicht ganz so persönliche Ebene, gehoben. Auch auf musikalische Brüche wird, im Vergleich zur vorausgegangenen EP "Another World", verzichtet. "The Crying Light" ist trotzdem kein Album, dem man sofort verfällt (das hat vermutlich auch niemand erwartet).

Dafür wird man mit einiger Geduld, tausendfach belohnt, denn die zehn Songs sind - vermutlich auch durch den Verzicht auf Gastsänger - der bis jetzt geschlossenste Songzyklus, den Antony und seine Johnsons bis dato veröffentlicht haben.



ImageAntony & The Johnsons - The Crying Light
BEWERTUNG: ØØØØ1/2
Rought Trade/Beggars
(UK/ 16. 1. 2009)
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