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Monobrother - Haschgiftspritzer |
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Von Franz Keiblinger
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Monday, 30 November 2009 |
Witzig, düster, authentisch, unsinnig – Ein Mundart-HipHop-Album (so gut) wie ein Film von Quentin Tarantino.
 Das Debüt von Monobrother ist ein Meisterwerk, aber sicher keines bei dem man sich von Intro bis "Owtro" wohl fühlt. Nachdem man die 13 Tracks des Rappers aus Wieselburg, der jetzt in Wien wohnt, gehört hat, fühlt man sich etwa so, als hat man gerade einen Film wie "Trainspotting" oder "Pulp Fiction" gesehen: Man hat mit den Protagonisten gelacht und geleidet, sich zwischendurch vielleicht über Gewalt oder die Sprache eschoffiert, aber nachher ist man sich sicher, dass man etwas Besonders gesehen bzw. gehört hat. Die durchgängig guten rohen Beats und Tracks – hauptsächlich produziert von Lux Rawer, der seine Drum'n'Bass-Affinität weitgehend hinter sich lässt – legen die solide Basis für den Inhalt, der schon allein durch den Titel "Haschgiftspritzer" streitbar ist. Aber Monobrohter (und seine Gäste) sind mutig dabei ihre Texte ungeschönt in Niederösterreichischer und Wiener Umgangssprache zuhalten. Man kann "Haschgiftspritzer" als Zeitdokument zwischen Nihilismus und Desillusion mit teils positiven Aspekten ("Feine Zeit") aus der Sicht eines Mitte 20-jährigen sehen. Die Themen sind dabei Missverstanden werden, Drogen und die Gesellschaft. Die bitterste Pille (und zugleich der Höhepunkt) ist "Wir Kommen Auf Sie Zurück!" – ein gespieltes Vorstellungsgespräch, bei dem die Fassade (beiderseits) ordentlich bröckelt. Die inhaltliche Nachvollziehbarkeit schwankt auf Albumlänge oft erheblich, und ist textlich auch nicht gerade feinfühlig gehalten. Man muss sich nicht mit Monobrothers Texten identifizieren, um die eingängigen Beats und Samples, und die Raps plus halbmelodischen Refrains, die durchaus Wiedererkennungswert besitzen, gut zu finden. Bleiben also 40 Minuten starker Tobak für Unerschrockene.
Monobrother - Haschgiftspritzer
BEWERTUNG: 4,5 von 5 boombokkz / eigenvertrieb (AUT / 27.10.2009) Myspace |